Die Leiterin Katrin Peters und ihr Team von der Jugendpflege Bad Harzburg hatten eine außergewöhnliche Präventions-veranstaltung mit 13 Institutionen und Akteurinnen auf die Beine gestellt. Gaby Drost, Goslarer Vertreterin der Bundesinitiative „Demokratie Leben“, hatte das Programm nicht nur finanziell ermöglicht, sondern war auch mit einem Infostand vor Ort. Josephine Peters startete den Tag mit einem Poetry-Slam bevor Kathrin Falkner, die Gleichstellungsbeauftrage des Landkreises Goslar, die Speakerin, Kriminalbeamtin, und Buchautorin, Persönlichkeits-Coaching Tessa Koschig ankündigte. Diese begeisterte mit einigen Kapiteln, „Diamond Skills“ und wertvollen Impulsen aus ihrem 482 seitigen Buch „Glow your own way“ das Publikum.
Auch an Tessa’s Bücherstand werben Sia, Angelika und Günter Koschig für Zivilcourage
Tessa Koschig, die sich in ihren zahlreichen Professionen für Selbstbestimmung, Feminismus, Gleichberechtigung und Zivilcourage einsetzt, ermutigte mit ihrer interaktiven Lesung das Publikum, mutig den eigenen Weg zu gehen und seinen Selbstwert dabei nie zu vergessen.
Werben für Zivilcourage am Weißen Ring Stand: Gaby Drost, Kathrin Falkner, Tessa und Günter Koschig
Der Weiße Ring, der mit einem Infostand im Schloss vertreten war, bestätigt, dass es vielen Bürgern an Selbstbewusstsein und Mut fehlt, um bei beobachteten Straftaten den Opfern zu helfen. Deshalb wurde die Goslarer Zivilcouragekampagne ins Leben gerufen, die Basics des Helfens vermittelt, ohne sich dabei selbst zu gefährden. Tessa Koschig war eine der ersten der inzwischen 116 GZK Gesichtern, die bundesweit Mut zur Zivilcourage machen.
Erna Lemke von „Wild und Stark“ erläutert Tessa Koschig ihr Präventionsprogramm in Schulen
Antje Wedde leitet seit gut 20 Jahren die Wolfshäger Hexenbrut, um u.a. das Harzer Brauchtum zu bewahren. Zur diesjährigen Walpurgisfeier in Wolfshagen kamen 16000 Besucher, um mit den 40 Hexen in den Mai zu tanzen. Günter Koschig, Leiter der Außenstelle Goslar des Weißen Ringes stellt der „Oberhexe“ drei Fragen…
Antje Wedde, herzlichen Glückwunsch zum großen Erfolg. Warum stand vor eurem furiosen Auftritt noch ein Shooting mit dem Weißen Ring auf dem Zettel?
Vom Außenstellenleiter Günter Koschig haben wir erfahren, dass der Weiße Ring in diesem Jahr seit 50 Jahren für Opferhilfe und Prävention steht. Die Idee, ein Plakat mit dem Statement „Zivilcourage ist keine Hexerei, wähl 110!“ anzufertigen, haben wir gerne unterstützt. Denn plötzlich Zeuge einer Gewalttat zu werden, dass kann schließlich jedem passieren.
Wie reagiert man als „Oberhexe“ der Wolfshäger Hexenbrut?
Natürlich helfen hier unsere Hexensprüche nicht wirklich. Das Motto der Goslarer Zivilcourgekampagne (GZK) „Hinsehen, Handeln, Helfen und sich dabei nicht in Gefahr zu bringen“ ist sicherlich besser. Die 110-Notrufnummer der Polizei zu wählen, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen und Empathie für das Opfer zu zeigen, kann schließlich jede/r.
Warum helfen viele Menschen, ob bei Straftaten oder Verkehrsunfällen, nicht??
Weil die meisten Menschen es nicht gelernt haben, richtig zu helfen und Angst vor dem Versagen oder den Folgen in einer Gerichtsverhandlung haben. Wie beim Erste Hilfe Unterricht, müsste es einen Zivilcourageunterricht in jeder Grundschule geben. Dass Martin Schilff und Günter Koschig
vom der GZK die Kinder in der Grundschule Lautenthal/Wolfshagen am Harz seit Jahren über das Thema Zivilcourage informieren, finden wir klasse.
Dadurch bekommen sie die nötigen Handlungskompetenzen für den Ernstfall!
Auf der diesjährigen niedersächsischen Landestagung des Weißen Ringes standen in Hannover zunächst Wahlen auf der Tagesordnung. Dabei wurden RA Steffen Hörning als Vorsitzender sowie Lena Weilbacher und Karl-Heinz Langner als Stellvertreter wiedergewählt. Die Leitung der Goslarer Außenstelle, Dr. Kristina Winter und Günter Koschig, nutzen anschließend die Gelegenheit, um den sehr engagierten und eloquenten Landesvorsitzenden Steffen Hörning für 12 Jahre ehrenamtliche Vorstandsarbeit auszuzeichnen. Für sein mutiges Auftreten, ob vor einer Fernsehkamera, vor Gericht oder im Verein für die Kriminalitätsopfer bzw. für die Goslarer Zivilcouragekampagne, erhielt der brillante Jurist den großen Leuchtturm für Zivilcourage.
Mit ihm freuten sich alle Außenstellenleiter aus Niedersachsen sowie seine Vertreter (sitzend) sowie das Team des Landesbüros (sh. Foto).
Verena Richterich, Referentin aus der Bundesgeschäftsstelle in Mainz, erhielt nach ihrem sehr informativen Vortrag über neue Strukturen im Weißen Ring sowie über geplante Aktionen zum 50zigjährigen Vereinsjubiläum nicht nur viel Beifall, sondern auch das erste Präventionsplakat 2026 aus Goslar. Die Harzer Hexenbrut hatte sich vor ihrem legendären Walpurgisauftritt unter Leitung der Oberhexe Antje Wedde (Grundschullehrerin) vor 16 000 Gästen in Wolfshagen zum Shooting für den Weißen Ring versammelt.
Unser Grafikdesigner Thomas Velte „zauberte“ daraus das erste Jubiläumsplakat mit dem Motto: „Zivilcourage ist keiner Hexerei, Hinsehen, Handeln, Helfen 110 wählen!“
Nach der Übergabe an die sympathische Juristin aus Mainz, hängt es jetzt in der Bundesgeschäftsstelle des Weißen Ringes.
Mit ihren Statements, „Ziehen wir an einem Strang“ und „Treffen Sie mutig Entscheidungen“ haben wir bundesweit seit 2012 auf Plakaten und Postkarten für mehr Zivilcourage und Opferschutz in Deutschland geworben. Neben vielen Deutschen Präventionstagen war auch die Eröffnung unserer Zivilcourageausstellung im Bundesinnenministerium mit Arnd Peiffer, Bibiana Steinhaus und Martin Schilff in Berlin eines der Highlights in unseren Mutmachkampagnen, in denen der Weiße Ring auch immer für Empathie für Opfer geworben hat.
Interview mit Tessa Koschig, Buchautorin und Speakerin
Tessa, du bist eine der ersten Botschafterin der Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK), die bei Gewalt oder Notsituationen zum Hinsehen, Handeln und Helfen, zumindest den Notruf 110 zu wählen, auffordert. Wie kann man den Bürgerinnen und Bürgern Mut zur Zivilcourage machen, wenn es um Gewalt gegen Frauen geht?
Plakatfoto von Tessa Koschig: Heike Göttert
Als Botschafterin der GZK und als Polizistin weiß ich: Prävention und Zivilcourage beginnen nicht erst beim Einschreiten, sondern damit, dass wir uns alle bewusst machen, dass Gewalt und Sexismus gegen Frauen keine Randthemen sind. Es ist bedauerlicherweise eine gesellschaftliche Realität, die uns alle betrifft. Mut zur Zivilcourage entsteht durch Wissen, Haltung und die Einstellung, dass jeder Beitrag zählt. Wir können in unterschiedlichen Rollen betroffen sein: Opfer, Zeugen, Entscheidungsträger. Umso wichtiger sind das Bewusstsein um das Thema, die Entscheidung Verantwortung zu übernehmen sowie zu wissen, wie wir uns verhalten und helfen können. Zivilcourage bedeutet auch ungefragt zu helfen.
Was meinst du genau mit Bewusstsein und Verantwortung und welche Verhaltenstipps sind das?
Was wir brauchen, ist eine Kultur des Hinschauens. Eine, in der wir uns gegenseitig stärken, statt zu schweigen. Und vor allem, indem wir Haltung zeigen und Taten nicht klein reden: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist kein lustiger Spruch, bei dem Frauen keinen Spaß verstehen. Femizide sind keine Beziehungstaten und häusliche Gewalt keine familiären Streitigkeiten. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass es solche Taten gibt und dass wir sie nicht klein reden. Das bedeutet gleichermaßen Verantwortung für Helferinnen und Helfer: Zivilcourage ist kein Heldentum, sondern Menschlichkeit in Aktion. Es geht nicht darum, sich selbst in Gefahr zu bringen, sondern darum, Signale zu erkennen, Hilfe zu holen und Haltung zu zeigen. Das kann mit einem einfachen, aufbauenden Satz beginnen oder ein Anruf bei der Polizei sein.
Tessa, du hältst seit Jahren bundesweit Vorträge u.a. vor Gleichstellungsbeauftragten, arbeitssuchenden Frauen und weiblichen Führungskräften zum Thema Female Empowerment. Inwieweit können deine Vorträge, die z.B. Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein beinhalten, gewaltpräventiv wirken?
Roll up Foto: Tessa und Günter Koschig WEISSER RING
Als Polizistin habe ich mich nicht nur theoretisch in der Ausbildung, sondern leider auch in der Praxis mit dem Phänomen der Häuslichen Gewalt befassen müssen. In Gesprächen mit von Gewalt betroffenen Frauen habe ich häufig feststellen müssen, dass – neben finanziellen oder kulturellen Aspekten – auch der fehlende eigene Selbstwert eine Rolle spielt. Heute verbinde ich meine polizeiliche Erfahrung mit Empowerment-Arbeit: In meinen Workshops und Vorträgen erlebe ich, wie stärkend und inspirierend es wirkt, wenn Frauen verstehen, dass sie sich nicht alles gefallen lassen müssen. Ich unterstütze Frauen darin, innere Stärke und Mut zu entwickeln, Nein zu sagen, Grenzen zu setzen und für sich selbst einzustehen.
Tessa, du hast gerade ein Buch „Glow your own way“ mit vielen Skills veröffentlicht. Können deine Tipps auch Frauen die Gewalt erfahren ermutigen, stark zu werdenund sich Hilfe zu holen?
Als Empowerment-Coach weiß ich, wie entscheidend innere Stärke, Klarheit und Selbstwirksamkeit sind, um sich aus toxischen Strukturen zu lösen. Mein Buch bietet keine schnellen Lösungen, sondern Tools, die Frauen befähigen, ihre eigene Stimme wiederzufinden. Innere Stärke zurück zu gewinnen, ist kein Sprint, sondern ein Weg, der mit einem ersten Schritt beginnt. Ein solcher kann mein Buch „Glow your own way – Dein Weg zu mehr Selbstbewusstsein!“ sein. Hierin empowere ich die Leserinnen zu mehr Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Ich spreche darin über Selbstbewusstsein, innere Sicherheit und den Mut, sich selbst wieder zu vertrauen. Für Frauen, die Gewalt erfahren haben, kann das der erste Impuls sein, sich nicht länger klein halten zu lassen, sondern sich selbst als wertvoll und handlungsfähig zu erleben. Mir ist wichtig zu betonen, dass nicht die Frauen Schuld haben oder das Problem sind und deshalb an sich arbeiten sollen. Female Empowerment bedeutet, dass Frauen ihren Wert erkennen und realisieren, dass sie nicht alles aushalten und ertragen müssen. Hierzu bedarf es oftmals Unterstützung und den Mut, danach zu fragen. Gleichzeitig ist es wichtig zu wissen, dass Opfer aus Scham oder Angst nicht unbedingt um Hilfe fragen. Wertvoll sind deshalb für die Betroffenen regionale Netzwerke, wie z.B. das Goslarer Netzwerk gegen häusliche Gewalt sowie überregionale Ansprechpartner wie der Weiße Ring.
Foto: WEISSER RING: Barbara Richstein, Bundesvorsitzende und Günter Koschig, Außenstellenleiter in Goslar, suchen die „Zivilcourage Leuchttürme 2025“ für die GZK
Vorsitzende Barbara Richstein freut sich über neue Zivilcourage-Leuchttürme
Die Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK) ehrt seit 2010 jährlich couragierte Bürgerinnen, die bei Straftaten oder Notsituationen im Landkreis Goslar und darüber hinaus nicht weggeschaut, sondern geholfen haben. In diesem Jahr konnten 9 Personen von prominenten Laudatoren bei der Polizeiinspektion Goslar für Ihren Einsatz im Jahr 2024 geehrt werden. Für die nächsten Ehrungen im Frühjahr 2026 benötigt die Jury wieder die Mitwirkung der Bevölkerung, um alle Preisträgerinnen mit persönlichen Urkunden und Kinokarten bzw. für herausragende Einsätze mit einem Pokal von prominenten Laudatoren ehren zu lassen. Die Bundesvorsitzende des WEISSEN RINGES Barbara Richstein findet, dass Zivilcourage keine Frage des Alters ist. „Jeder kann mal in eine bedrohliche Situation kommen, in der couragiertes Handeln von Zeugen wertvoll. Allein das Betätigen des Notrufes 110 kann Leben retten. Die GZK findet ich wichtig, weil sie zum gefahrlosen Handeln auffordert und zugleich Empathie für die Opfer generiert“. „Wir suchen keine Rambos, sondern Menschen, die mit kühlem Kopf die Lage beurteilen sowie die Polizei unter 110 angerufen haben“, so Jurymitglied Rodger Kerst, der Leiter der Polizeiinspektion Goslar. Hinweise auf couragierte Sachverhalte 2025 nimmt Frau Kreft von der Polizei Goslar gern per Email bis zum 20. November entgegen: marion.kreft@polizei.niedersachsen.de. Günter Koschig, Projektleiter der GZK, freut sich, dass bislang über 100 couragierte Bürger von der Kampagne, quasi als „Leuchttürme“ für Zivilcourage“ ausgezeichnet werden konnten. „Mit diesen Auszeichnungen, Plakatausstellungen, Aktionstagen sowie Unterrichten in Schulen, machen wir bundesweit Mut zur Zivilcourage, so Opferhelfer Koschig.
Genau vor 40 Jahren empfing Marta Lattemann als Oberbürgermeisterin von Goslar das Team vom Weißen Ring auf der Rathausdiele, um den Eintritt der Stadt Goslar in die größte deutsche Opferhilfsorganisation zu verkünden. „Damit wollten wir den Focus auf den seinerzeit noch wenig bekannten Weißen Ring und seine wichtige Opfer- und Präventionsarbeit lenken“, so Marta Lattemann. Außenstellenleiter Günter Koschig nutzte nun dieses besondere Jubiläum, um sich bei der Grand Dame der örtlichen Politik mit einer Blumenampel zu bedanken. „Sie haben uns damals eine wertvolle Starthilfe gegeben und bei den Treffen mit dem Fernsehstar (Sendung: Was bin ich?) Hans Sachs oder Niedersachsens Innenminister Hasselmann in Goslar viele Opfer ermuntert, sich Hilfe vom Weißen Ring zu holen.
Sie hatten und haben immer noch ein großen Herz für Kriminalitätsopfer und Kriminalprävention,“so Koschig beim Gedankenaustausch im Hahnenkleer Hof.
Die Goslarer Zahnärztin Maren Brückner hat selbst schon einmal Zivilcourage bewiesen und durch ihr Eingreifen eine Straftat verhindert bzw. aufgeklärt. Damit sich der Weiße Ring weiterhin für Zivilcourage stark machen, z.B. mit Unterrichten in Grundschulen sowie couragierte Helfer auszeichnen kann, hat die empathische Ärztin zum zweiten Mal in Ihrer Praxis eine Edelmetall-Restesammlung bei ihren Patienten für den Weißen Ring durchgeführt. Den Erlös übergab sie jetzt dem Goslarer Außenstellenleiter Günter Koschig mit dem Statement:
„Zivilcourage ist für mich wichtig, weil jede/r mal in eine brenzlige Situation kommen kann. Dann ist es wichtig, dass Zeugen nicht den Vogel Strauß spielen, sondern hinsehen, handeln, helfen und den Notruf 110 wählen!“
Wenn der Tatortschauspieler, Mediziner und Buchautor mit
seinem neuen Buch auf Einladung des Kulturclubs wieder zu einer
Lesung nach Bad Harzburg kommt, dann ist das Bündheimer
Schloß gut gefüllt. Diesmal berichtet er den 250 Gästen nicht von
seiner ehemaligen Tätigkeit als Mediziner in der JVA Werl und den
Kontakt mit den Schwerkriminellen, sondern über seine eigene
Vita. In seinem Buch „Joe Bausch-Verrücktes Blut – Oder: Wie ich
wurde, der ich bin“ berichtet er spannende Details aus seinem
Leben. Deutlich bezieht er auch Position, wenn es um sexuellen
Missbrauch geht. Rechtfertigungsversuche der Täter lehnt
Tatortschauspieler Bausch ab; genau wie Günter Koschig vom
WEISSEN RING, Leiter der Außenstelle Goslar, gehört sein Herz
den Opfern. Deshalb tauschten sich beide eine Stunde lang vor
der Lesung zu den Themen Opferschutz und Zivilcourage aus.
„Wir können die Aufgaben für die Sicherheit und des
gemeinsamen Miteinanders nicht immer delegieren. Wir können
nicht neben jedem auffälligen Jugendlichen einen Polizisten,
Sozialarbeiter oder Psychologen an die Seite stellen. Da ist jeder
von uns gefragt. Jeder sollte dabei schauen, dass es in seiner
Nachbarschaft ordentlich und zivilisiert zugeht. Dass geht ohne
Zivilcourage überhaupt nicht! Deshalb unterstütze ich die
Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK) seit vielen Jahren“, so der
beliebte Gerichtsmediziner aus dem Kölner Tatort.
Die Familie und Experten kommen 11 Jahre nach dem Tod im Film zu Wort.
Die letzte Nachricht, Audiobotschaft oder Videoaufnahme eines getöteten oder vermissten Menschen ist für Kriminalisten und die Hinterbliebenen von größtem Wert. Für die Doku-Reihe „Das letzte Lebenszeichen“ recherchierte und interviewte die eloquente Journalistin Ute von der Lieth aus München im Auftrag der Janus Produktion kürzlich auch in Clausthal-Zellerfeld und in Goslar, um über das Schicksal der 2013 auf Juist getöteten 23jährigen Studentin Alexandra Wehrmann aus Clausthal-Zellerfeld zu berichten.
Das Landgericht Aurich hatte seinerzeit den von der Polizei rasch ermittelten jungen Mann „nur“ wegen Totschlags zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Damals waren die Familie, deren Nebenkläger und der Opferbetreuer vom Weißen Ring, Günter Koschig, Leiter der Außenstelle Goslar überzeugt, dass Alexandra ermordet worden war. U.a. wurden, so der Sachverständige, ungewöhnlich große Mengen Sand bei der Obduktion in ihrer Lunge gefunden. Die nach dem Urteil erfolgte Revision der Nebenklage beim BGH wurde in einer mündlichen Verhandlung lediglich mit 3:2 Richterstimmen verworfen. In dem 30minütigem Film kamen neben der Familie Wehrmann, die Psychologin Dr. Hilda Giebel, die Forensische Psychiaterin Dr. Hanna Ziegert, der Fallanalytiker Carsten Schütte sowie der Opferhelfer Günter Koschig vom Weißen Ring zu Wort. Koschig, der mit seinen Polizeikollegen auch die Trauerfeier in Buntenbock vor Neugierigen abgesichert hatte, ist überzeugt, dass eine Verurteilung wegen eines Mordes gerechtfertigt gewesen wäre. „Ich war mit dem Opferanwalt Uwe Hoffmann vom Weißen Ring sicher, dass u.a. die spezielle Auffindesituation der getöteten Studentin sowie die große Menge Sand im Körper auf einen Sexualmord hingewiesen haben. Auch die Familie Wehrmann, Freundinnen und Bekannte von Alexandra waren vom Gerichtsurteil enttäuscht. „Wir haben durch den Mord an Alexandra quasi „lebenslänglich ohne unsere Tochter“ bekommen: der Täter ist schon lange wieder in Freiheit. „Im täterorientierten geführten Gerichtsverfahren hätte es ggf. ein anderes Urteil gegeben, wenn ein von uns angeregter Sachverständiger für Sandbewegungen zu Wort gekommen wäre“, so der Vater Ernst- August Wehrmann.
Foto: Redakteurin Ute von der Lieth mit Günter Koschig nach den Dreharbeiten in Goslar
Wer mehr über das Kapitalverbrechen wissen möchte, kann sich den spannenden Beitrag bei Joyn in der Mediathek anschauen. Link: https://www.joyn.de/play/serien/das-letzte-lebenszeichen/1-12-tot-am-strandaufgefunden-alexandra-w-wurde-opfer-eines-schlimmen-verbrechens
Günter Koschig, Weißer Ring Leiter der Außenstelle Goslar