Benefizparty der Gewerkschaft der Polizei Bezirk Bundespolizei am 11. Mai 2024 in Langelsheim

Zur letzten Benefizparty der Gewerkschaft der Polizei Bezirk Bundespolizei begrüßte das ehemalige Mitglied des Bundesvorstandes, Martin Schilff, ca. 150 TeilnehmerInnen im Hotel zum Löwen in Langelsheim.

Über 30 solcher Veranstaltungen wurden in den letzten Jahren durchgeführt und der Erlös dieser Partys in Höhe von insgesamt ca. 50000 Euro zugunsten von Kindern und Jugendlicher für Veranstaltungen, Unterrichte, Präventionsmaterial und Jugendfreizeitstätten (Streetballanlagen, Torwände, Skaterplätze in Astfeld und Langelsheim etc.) gespendet. Auch der Erlös der letzten Benefizparty- mit Unterstützung der BBBank voraussichtlich in Höhe von 2000 Euro- wird der Goslarer Zivilcouragekampagne zur Durchführung weiterer Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Zudem wurde von der Band spontan eine „Hutsammlung“ initiiert, die 420 Euro durch das spendenfreudige Publikum ergab und Katrin Markwort, die Leadsängerin der Band „Sharp and the Soulgang“ ließ ein „Wohnzimmerkonzert“ von sich versteigern. Die Höchstbietende ersteigerte dabei für 170 Euro fantastische Musik für ihre Hochzeitsfeier! So konnten noch während der Party weitere 590 Euro für den guten Zweck übergeben werden.

Schilff ließ in seiner Eröffnung einige der Benefizparty-Highlights noch einmal Revue passieren:

Zusätzlich zu den zahlreichen Benefizpartys im Rahmen des Langelsheimer Schützenfestes, wofür Schilff ausdrücklich noch einmal dem Langelsheimer Schützenverein für die freundschaftliche Kooperation dankte, konnten gemeinsam mit Maria und Thomas Wietig und dem „Löwen-Team“ u.a. eine Strandparty am Mühlenbach, Oktoberfeste, ein 3-tägiges Festzelt-Event mit Treckerpulling, „Westernhagen-Coverband“ und dem Bundespolizeiorchester auch eine große Open Air-Party mit Sweety Glitter im Harzstadion, bei dem auch der Beachvolleyball und -handballplatz eingeweiht wurde, durchgeführt werden.

Durch die guten Kontakte war es dabei auch möglich, echte Stars nach Langelsheim zu holen:

Neben den Biathlon-Assen Uschi Disl, Arnd Peiffer und Daniel Böhm, waren der mehrfach Rodelweltmeister Felix Loch, der mehrfache Europa- und Weltmeister in verschiedenen Kampfsportdisziplinen Michael Möller, Mister Universum Ron Matz, Bahnrad Weltmeister Robert Förstemann und andere zu Gast in Langelsheim.

Die letzte Benefizveranstaltung, die mit der fantastischen Partyband King Seppy´s Flokatis und DJ Cocoon noch einmal den Saal zum Kochen brachte, wurde auch genutzt, um einem Langelsheimer Bürger ganz besonders zu ehren:

Günter Koschig, Vorsitzender der Außenstelle Goslar des WEISSEN RINGS, war über viele Jahre Initiator, Vorbild und Motor der verschiedensten Maßnahmen zur Gewaltprävention und Zivilcourage. Initiativen wir „Sportler setzen Zeichen-Kraft gegen Gewalt!“, „STOP der Jugendkriminalität“, „Schulung von Notrufmeistern“, „Mutmachkampagne“ mit 110 Gesichtern vom ehem. Bundespräsidenten, dem Verteidigungsminister, dem Ministerpräsidenten und vielen anderen sowie die jährliche Ehrung der Alltagshelden wären ohne Koschig niemals denkbar! Der Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Ehrenmedaillie des Landkreises Goslar wird nicht umsonst auch „Mr. Zivilcourage“ genannt! Schilff überreichte Koschig als kleines Dankeschön den Buddy Bären der Gewerkschaft der Polizei für sein bärenstarkes Engagement!

Buchautor Fadi Saad berichtete 30 Azubis aus seinem Leben

Kam gut an:  Fadi Saad, der bekannte Berliner Publizist und Polizist, früher Gang-Mitglied,  berichtete Pflege-Auszubildenden im Asklepios Bildungszentrum Harz aus seinem bewegten Leben
Fotos: Asklepios/Lennard Kugeler

Goslar,10. April 2024. Der Berliner Buchautor und Polizist Fadi Saad, 44, war im Asklepios Bildungszentrum Harz zu Gast: Vor 30 Schüler:innen und Lehrkräften las er aus seinem Buch und berichtete aus seinem bewegten Leben – eine spannende interaktive Lesung mit interessanter Diskussion, ein Auftritt, der gut ankam.
Sein Leben, das ist der Aufstieg aus problematischen Verhältnissen: Der deutsch-palästinische Buchautor und in Berlin lebende Polizist Fadi Saad wuchs mit sieben Geschwistern in einem sozialen Brennpunkt Berlins auf. Seine schwierige Schulzeit war durch falsche Vorbilder und Konflikte geprägt, berichtet er – seine Jugend sei sehr turbulent gewesen. Er kam in eine Jugendgang hinein, die „Araber Boys 21“. Schließlich gelingt ihm der Ausstieg, die Einsicht zur Besserung kommt ihm nach einem Jugendarrest.
Saad holt seinen Schulabschluss nach und wird schließlich Quartiersmanager in einem Berliner Kiez. Er arbeitete zudem als Kinder- und Jugendbetreuer, schaffte es später seinen Berufswunsch zu erfüllen und ist seit 2016 im Dienst der Berliner Polizei tätig.

Kam gut an:  Fadi Saad, der bekannte Berliner Publizist und Polizist, früher Gang-Mitglied,  berichtete Pflege-Auszubildenden im Asklepios Bildungszentrum Harz aus seinem bewegten Leben
Fotos: Asklepios/Lennard Kugeler

Zu Beginn der Lesung lud Fadi Saad die Schülerinnen und Schüler dazu ein, ihn zu duzen und schaffte mit humorvollen Anekdoten eine nahbare und interaktive Stimmung im Raum.
Durch seine Erzählungen und persönlichen Erlebnisse in seiner Vergangenheit motivierte er die Schülerinnen und Schüler, ihre Ausbildung als Schlüssel zum Erfolg zu sehen. Zudem thematisierte er stark die Themen Rassismus, Kultur und Identität und machte klar: „Unsere Gesellschaft darf nicht mehr eine Kultur des Wegschauens bleiben!“ Saad bezog die
Schülerinnen und Schüler stetig in seine Lesung mit ein und stellte ihnen Fragen zu
Vorurteilen, Kultur und Religion. Durch seine authentische und direkte Art blieb sein Publikum im Dialog mit ihm, sodass er seine Botschaften gezielt platzieren konnte.
Günter Koschig, der Außenstellenleiter der Opferschutzorganisation “Weißer Ring” in
Goslar, initiierte die Lesung im Asklepios Bildungszentrum Harz und warb zu Beginn der Veranstaltung für die Goslarer Zivilcouragekampagne. Er betonte, wie wichtig die Opferhilfe und Zivilcourage ist, sagte: „Bei Gefahr rechtzeitig die Polizei über den Notruf 110 verständigen, sich beim Helfen nicht selbst gefährden und Empathie für Opfer zeigen
[…].“

Links:  Fadi Saad, daneben Kathrin Wächter vom Bildungszentrum und Günter Koschig, Außenstellenleiter der Opferschutzorganisation “Weißer Ring” in Goslar, er hatte die Lesung vermittelt und warb zu Beginn der Veranstaltung für die Goslarer Zivilcouragekampagne
Fotos: Asklepios/Lennard Kugeler

GZK-Gesicht Tessa Koschig fordert: Zeigt mehr Zivilcourage,kommt aus der Deckung, ruft 110!

Die aktuelle Kriminalstatistik belegt, dass die Gewalttaten in Deutschland im Jahr 2023 wieder deutlich gestiegen sind.

“Jede Gewalt hinterläßt auch Opfer, deshalb gibt es viele Gründe, sich für die Goslarer Zivilcouragekampagne einzusetzen und Gesicht zu zeigen”, so Tessa Koschig.

Tessa und Günter Koschig fordern die Zivilgesellschaft auf, mehr Zivilcourage sowie mehr Empathie für Opfer zu zeigen! Foto: WEISSER RING

Gerade als Polizistin weiß ich, wie sehr wir auf couragierte und hilfreiche Notrufe sowie Zeugen angewiesen sind. Die dadurch ermöglichte Täterermittlung dient nicht nur dem Rechtsfrieden, sondern auch dem Opferschutz.

Als Coach & psychologische Beraterin liegen mir Werte und wie wir in einer Gesellschaft gemeinsam leben wollen sehr am Herzen.

Persönlich habe ich durch den Initiator der GZK natürlich eine starke Verbindung zu meiner Heimatregion Goslar und der Kampagne.

Darüber hinaus bin ich stolz, eins der vielen regional und überregional bekannten Gesichter zu sein, die zum Hinsehen,Handeln und Helfen auffordern und so auch Empathie für die Opfer generieren.

GZK-Kampagnenfoto Tessa Koschig
Foto: Heike Göttert

“Zivilcourage braucht Mut und Umsicht, aber kein unpassendes Heldentum! Denn mit Selbstüberschätzung und Draufgängertum gefährdet man nicht nur die Opfer, sondern auch sich selbst. Es gibt für alles Profis, deshalb ist es wichtig, die Kernbotschaft der GZK zu beherzigen und den Notruf 110 zu wählen”, so die ehemalige Langelsheimerin.

Tessa Koschig,
Gesicht der GZK

Lesungen von Fadi Saad begeistern nicht nur in der Oberschule Langelsheim!

1200 SchülerInnen vom Zivilcourage- und Anti-Rassismusunterricht überzeugt!

Im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus, die von Gaby Drost, externe Koordinierungs- und Fachstelle Demokratie Leben bei der AWO KV Region Harz e.V., unterstützt wird, ließ es sich der Berliner Buchautor Fadi Saad nicht nehmen, 12 Schulen des Landkreises Goslar zu besuchen.

Günter Koschig, der Goslarer Außenstellenleiter des Weißen Ringes, fädelte diesmal die interaktiven Lesungen vor über 100 SchülerInnen in der Oberschule Langelsheim ein.
Diese waren vom Lebenslauf des Berliners, der mittlerweile als Polizist arbeitet, sehr angetan. Fadi Saad, ältester Sohn einer achtköpfigen Familie aus Palästina, wuchs in einem Brennpunkt in Berlin auf. Um „dazu zugehören“ wurde er Mitglied bei den Araber Boys 21, einer Jugendgang. Er überstand diese schwierige Phase mit falschen Vorbildern: nach einem Jugendarrest „wachte“ er auf, holte seinen Schulabschluss nach und wurde schließlich Quartiersmanager in Berlin. Durch seine Beharrlichkeit und
Leistungsbereitschaft gelang es ihm nach drei Anläufen seinen Traumberuf, Polizist zu werden, zu erreichen. Fadi Saad richtete während seiner Lesung und seines AntiRassismus- und Zivilcourage-Unterrichts immer wieder klare Botschaften an die
Schülerinnen und Schüler: „wenn ihr euch mit schlechten Zeugnissen bewerbt ist das
nicht so toll; seid ihr aber unpünktlich, motivationslos und respektlos, dann habt ihr keine Chance, in einem guten Job Fuß zu fassen. Wer durch Drogenkonsum oder
aggressives Verhalten auffällt, wird keinen Führerschein bekommen und muss sich bald einen anderen Arbeitgeber suchen“, so Buchautor Saad, der auch Gesicht der Goslarer
Zivilcouragekampagne (GZK) ist.

Gemeinsam mit dem Projektleiter Günter Koschig vom
Weißen Ring sowie Martin Schilff, werben sie mit der GZK für mehr Opferschutz und
Zivilcourage an Schulen im Landkreis Goslar. Nach den Lesungen in der Oberschule
Langelsheim erhielt Schulleiter Klaus Scheller 30 T-Shirts für weitere Präventionsprojekte. „Wir freuen uns über die bereits 30jährige Zusammenarbeit mit den Präventionsleuchttürmen von der GdP und dem Weißen Ring; sind dadurch doch
Streetballanlagen, Torwände, Hockeytore, Fitboxsäcke in Langelsheimer Schulen sowie Fahrten zu prominenten Spitzensportlern, ob beim Eishockey, Handball, Basketball oder Boxen, als Alternative zu Langeweile oder Frust bei den Schülerinnen und Schülern,
realisiert worden“, so Scheller.

T-Shirtübergabe des WEISSEN RINGES/ der GdP und Fadi Saad‘s Lesungen 2024

Schilff und Koschig sind überzeugt, dass alle Schulen in ihrem Einsatz gegen Mobbing, Gewalt und Rassismus mehr unterstützt werden müssen.

Mit authentischen Persönlichkeiten, wie Fadi Saad, können wir die Schüler*innen
inspirieren, den richten Weg einzuschlagen, so die beiden ehemaligen
Hauptkommissare der Polizei.

Günter Koschig
Fotos: WEISSER RING

WEISSER RING zeichnet die OBS Bad Harzburg mit der Zivilcouragefahne aus

Außenstellenleiter Koschig dankt für 20 Jahre Prävention und Opferschutz    

Foto: OBS Bad Harzburg
Schulleiter Peter Rausche (links hinten) mit seinem Team, Fadi Saad und Günter Koschig

Nach den Lesungen in deutscher und erstmals auch in arabischer Sprache von Buchautor und Polizist Fadi Saad aus Berlin in der OBS Bad Harzburg, überraschte Günter Koschig, Projektleiter der Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK), Schulleiter Peter Rausche und einige seines Lehrerteams mit einer Auszeichnung, einer großen Zivilcouragefahne. „Bereits seit über 20 Jahren engagiert sich diese Schule u.a. mit dem WEISSEN RING in den Themenfeldern Gewaltprävention, Zivilcourage, Opferschutz sowie gegen Rassismus“, so Opferhelfer Koschig.  Vor über 20 Jahren gab es den ersten Kontakt nach einer Schüler-Sammelaktion in der Bad Harzburger Fußgängerzone mit Teelichtern für den WEISSEN RING. Danach waren die Opferhelfer „Dauergast“ in der Schule: ein mit den Schülern gedrehter Zivilcouragefilm fand bundesweite Aufmerksamkeit; Besuche der Cheerleader von Boxqueen Regina Halmich oder den Boxweltmeistern Wladimir und Vitali Klitschko vor deren Kämpfen oder das Antiaggressionstraining mit dem Polizisten Ralf Buchmeier gehörten ebenso dazu, wie die interaktiven Lesungen seit 12 Jahren des Buchautors Fadi Saad aus Berlin, die die Schülerinnen und Schüler immer wieder begeistern. Die Oberschule Bad Harzburg gehört schon länger zu den Leuchtturmschulen der GZK, die das Motto in Notfällen: hinsehen, handeln, helfen, ohne sich dabei selbst zu gefährden propagiert. Auch das  GZK-Team findet es klasse, dass die Schule mehr Empathie für Opfer fordert sowie den kostenlosen Notruf 110 bewirbt.    

Günter Koschig

Die GZK zeichnet u.a. Sebastian Krumbiegel für Zivilcourage aus!

18 Alltagshelden wurden im Goslarer Cineplex für ihren Mut geehrt!  

Die Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK) ehrt seit 2010 jährlich couragierte Bürger*innen, die bei Straftaten oder Notsituationen im Landkreis Goslar und darüber hinaus nicht weggeschaut, sondern geholfen haben.  

Laudatoren und Preisträger vor dem Cineplexkino

Polizeioberrat Carl Schierarndt begrüßte als stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Goslar mehr als 120 geladene Gäste – unter Ihnen prominente Laudatorinnen und Laudatoren im Cineplex Goslar, das wieder von den Mitinitiatoren der GZK, Jill und Florian Wildmann, kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.    

Polizeipräsident Michael Pientka, Sebastian Krumbiegel und Günter Koschig werben für mehr Opferschutz

Nach einigen Zivilcourage-Kinospots und einer Grußbotschaft der NDR-Moderatorin Christina von Saß, startete der eloquente Moderator Martin Schilff die 18 Ehrungen der Alltagshelden. Der ehemalige Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, begann mit der punktgenauen Laudatio für den Frontmann der „Prinzen“ und das „Gesicht“ der GZK, Sebastian Krumbiegel. Die Jury der GZK hatte erstmals einen Demokratiepreis ausgelobt und den Leipziger Musiker dafür nominiert: „Das jahrzehntelange Eintreten für Demokratie und Zivilcourage, ob bei Konzerten, Demonstrationen oder in Schulen sowie seine Empathie für Opfer“ haben uns überzeugt,“ so der Initiator der GZK, Günter Koschig. Laudator Radek lobte die Haltung des Geehrten für die Demokratie, die auch im einzigartigen Lied von Sebastian Krumbiegel, „die Demokratie ist weiblich“, deutlich wird. Bevor der Künstler die Weiterfahrt nach Berlin mit seinem Pokal, der Urkunde und dem Polizeiteddy im Gepäck antrat, erfreute er die Gäste mit einigen Songs bzw. seinen Statements gegen Rechts.

Moderator Martin Schilff mit Teddy, Sebastian Krumbiegel erhält von Jörg Radek den Sonderpokal,Sia Koschig mit Cartoon

Polizeipräsident Michael Pientka zeichnete Silvia Hoheisel und Mustafa Yilmaz aus Clausthal-Zellerfeld für ihren couragierten Einsatz aus. Sie hatten im Sommer 2023 mit acht weiteren Helfern einen brutalen Messerangriff gegen einen Medizinstudenten gestoppt. Der Täter stach wie besessen auf sein Opfer ein und wollte es töten.

Laudator Jörg Radek (l) und Moderator Martin Schilff (r) zeichnen Sebastian Krumbiegel mit dem Demokratiepreis aus

„Sie haben mutig und besonnen gehandelt und das Opfer aus der lebensgefährlichen Situation gerettet“, so Polizeipräsident Pientka bei der Preisübergabe.    

Die weiteren Laudatoren, der stellvertr. Landrat Hans-Peter Dreß, ehrte nach einem spektakulären Unfall einer 88jährigen im Jahr 2023 vor einer Schule in Bad Harzburg die helfenden Schüler und Lehrer. Mehrere Krankenwagen und zwei Hubschrauber sowie die vielen Verletzten haben seinerzeit für bundesweite Aufmerksamkeit gesorgt; Katrin Stüllenberg, von der gleichnamigen Stiftung, zeichnete das Langelsheimer Ehepaar Marianne und Karl Hille aus, die die Polizei riefen um abklären zu lassen, ob ihr verletzter Nachbarn nach einem Unfall weitere Hilfe benötigt. „Leider ist es nicht selbstverständlich, dass alle Menschen den kostenlosen Notruf 110 wählen, um eine Gefahrenlage abklären zu lassen!“ so die charmante Laudatorin aus Wolfsburg.  

Der Berliner Buchautor, Polizist und GZK-Gesicht Fadi Saad lobte Marie Wagner, die nach einem Einbruch 2023 in Goslar sofort die Polizei anrief und so zur Festnahme der Täter beitrug. Der Leiter der Kripo Goslar, Kriminalrat Alexander Uebel, überraschte die Alltagsheldin Ipek Canbazer mit einem Pokal für ihren unerschrocken Einsatz am Goslarer Bahnhof. Sie hatte im Sommer 2023 einem schwer verletzten Opfer nach einer Körperverletzung geholfen sowie den Rettungswagen und die Polizei alarmiert.

Vom Weißen Ring Goslar nahmen Kristina Heilmann (stellvertr. Außenstellenleiterin) die Ehrungen für Danilo Conti, der zwei junge Trickdiebe beobachtet und der Polizei durch rasche Infos zur Festnahme verhalf sowie Günter Koschig (Leiter der Außenstelle), für Lothar Engler, Tobias Schmidt und Stephanie Strauß vor. Das Trio kam im letzten Sommer in Goslar auf einen Autofahrer aus Köln zu, der am Steuer einen Herzinfarkt erlitten hatte. Während dutzende Autofahrer am quer stehenden Auto vorbeifuhren, stoppen die Helfer*in, zogen den Mann aus seinem Auto und begannen sofort mit der Wiederbelebung. Gemeinsam mit der hinzugekommenen Notärztin waren sie erfolgreich. Koschig dankte dem Trio im Namen der GZK-Jury und ermunterte alle Gäste der Preisverleihung ihren Erste Hilfe Kurs aufzufrischen, um im Ernstfall auch erfolgreich zu helfen.

Der ehemalige Landrat und Mitinitiator der GZK, Thomas Brych, zeichnete Martin Ahrens aus Oker mit einem Pokal aus. Dieser hatte nach Feierabend einem jungen Mann, der schon 2022 massiv von drei Tätern attackiert worden war, geholfen. Das schwer verletzte Opfer musste sich daraufhin persönliche und anwaltliche Hilfe vom Weißen Ring holen, um mit den Tatfolgen klarzukommen.  

Kristina Winter und Sia Koschig bei der Ehrung von Dalino Conti

Der Kreisbrandmeister Uwe Fricke von der Freiwilligen Feuerwehr zeichnete Matthias Kahn mit einem Pokal aus, weil dieser seinen sehbehinderten Nachbarn in Braunlage aus dem brennenden Haus gerettet hat. Der Alltagsheld hatte die brennende Kleidung ausgezogen und die Feuerwehr verständigt.

Zum Finale gab es noch ein weiteres Highlight: der Musiker Axel Dietsch stimmte die Gäste nicht nur zu Beginn hervorragend auf die Ehrungen ein, sondern er brachte, quasi in einer Welturaufführung den Song „Achtsam und cool“ zu Gehör.  

Musiker Axel Dietsch begeistert mit seinem GZK-Song: “Achtsam und cool!”

Axel Dietsch thematisiert darin die Botschaften der GZK anhand von Brandstiftungen, Unfällen, Einbrüchen oder Notfällen: „Achtsam und cool, vorsichtig und smart, dann sind die Dinge nicht so hart. Geh nicht vorbei, bleibe kurz steh’n und wähle hundertzehn“, brachte dem Goslarer Orginal, der sich selbst mit seiner Gitarre begleitete, großen

Beifall ein. Damit hat die GZK nicht nur 116 verschiedene Plakatmotive, einen Cartoon von Jürgen Tomicek, sondern jetzt auch einen eigenen Song!

Projektleiter Koschig bedankte sich nicht nur beim Sänger, sondern auch bei Stefan und Jordan Rohblick von der Firma RET (Roblick Event Technik), die ehrenamtlich für den guten Ton und das zusätzlich benötige Licht sorgten. Den Kinobetreiber und GZK-Mitinitiator Florian Wildmann überraschte er mit einem eigenen 110 Cartoon, den der Künstler Thomas Velte angefertigt hatte.        

Florian Wildmann (links) freut sich über seinen Cartoon von Thomas Velte

Mit couragierten Grüßen

Günter Koschig, GZK-Projektleiter

Prominente Laudatoren begeistern demnächst viele Preisträger*innen der GZK im Cineplex

Die Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK) ehrt seit 14 Jahren jährlich couragierte Bürger*innen, die bei Straftaten oder Notsituationen im Landkreis Goslar und darüber hinaus nicht weggeschaut, sondern geholfen haben. Sie haben Mut bewiesen, was leider nicht für alle Menschen selbstverständlich ist. Das thematisieren Peter Müller, langjähriger Richter am Bundesgerichtshof und der Unterzeichner auf dieser Homepage.

Gruppenfoto: Prinzensänger Sebastian Krumbiegel 2017 im Cineplex nach einem Schulbesuch mit dem GZK-Team

In Anwesenheit des ehemaligen Bundesaußenministers Sigmar Gabriel, des Sängers Sebastian Krumbiegel, der NDR-Moderatorin Christina von Saß, des Polizeipräsidenten Michael Pientka, von Steffen Hörning, Landesvorsitzender des WEISSEN RING‘s sowie weiterer Gäste aus Politik und Gesellschaft, wollen wir den beispielhaften Einsatz von allen Ersthelfern/innen bzw. couragierten Alltagsheld/en/innen Anfang März im Goslarer Cineplexkino würdigen.

Das Ehepaar Jill und Florian Wildmann ist seit 14 Jahren Supporter der GZK, ob als Mitinitiatoren, Plakatgesicht, Jurymitglied oder Spender von Kinokarten; diesmal wieder mit ihrem Cineplexkino unser Gastgeber. Die GZK-Jury hat diesmal 10 Sachverhalte zur Preisverleihung ausgesucht. Unser Grafik-Designer Thomas Velte hat für die 22 Preisträger*innen besondere Urkunden angefertigt. Jury-Mitglied Martin Schilff (Gewerkschaft der Polizei) hat

“110 Cartoons” von Jürgen Tomizek für alle im Kino Ausgezeichneten realisiert.

Die nominierten Alltagshelden stehen beispielhaft für alle Engagierten, die bei Gefahr das GZK- Motto beherzigen und den Notruf 110 wählen.

Die geschlossene Veranstaltung wird von Jurymitglied Rodger Kerst (Polizeidirektor und Leiter der Goslarer Polizeiinspektion) eröffnet, musikalisch von Axel Dietsch und dem Sänger der Prinzen, Sebastian Krumbiegel, umrahmt.

WEISSER RING und Peter Müller sind überzeugt: „Zivilcourage braucht Mut“!

Außenstellenleiter Koschig wirbt bei Gefahr für den kostenlosen Notruf 110

Nach seiner „Goslarer Rede“, anlässlich einer Veranstaltung der Konrad Adenauer Stiftung in Goslar, konnte Günter Koschig vom WEISSEN RING mit dem langjährigen Richter am Bundesverfassungsgericht Peter Müller Gedanken zum Thema Zivilcourage austauschen.

“Der Staat – das sind wir alle. Und deshalb sind wir alle gefordert. Aber: Nicht wegzusehen und sich einzumischen braucht Mut. Das ist alles Andere als selbstverständlich. Und deshalb verdienen jeder und jede, die diesen Mut beweisen, Dank und Anerkennung. Sie machen sich um unser Gemeinwesen verdient”. so Peter Müller.

Foto: Peter Müller (rechts) bekommt von Günter Koschig den Zivilcouragecartoon der GZK, der für den Notruf 110 wirbt, überreicht.

Koschig, Projektleiter der Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK), machte deutlich, dass gerade die jährlichen Zivilcourageehrungen der GZK dieses seit 13 Jahren beherzigen und mutige Menschen auszeichnen.

Bei den Recherchen zu den Ehrungen wurde leider immer wieder deutlich, dass der „No Helping By Ständer Effekt immer wieder auftaucht; d.h. das viele Menschen bei Gewalttaten oder Notlagen nicht helfen, sondern nur zuschauen, wenn auch andere Zeugen vorhanden sind. Ein besonders krasser Fall wurde jetzt bundesweit durch die Ehrung zweier Zeugen mit dem XY-Preis vom ZDF u.a. bekannt. Eine Überwachungskamera filmte im Bochumer U-Bahnhof, wie ein Pärchen zwei Stunden auf einen am Boden liegenden Mann immer wieder einschlug und eintrat. 50 Personen gingen in diesem Zeitraum an dem stark blutenden Mann vorbei, ohne etwas zu tun! Erst ein Rentner und eine junge Frau aus der Ukraine riefen die Polizei über den Notruf 110! „Als Opferhelfer bin ich natürlich fassungslos über so viel Mutlosigkeit und fehlende Empathie dem Opfer gegenüber. Wir wissen aber, dass es viele Argumente der Zeugen gibt, wie Zeitdruck, Angst, Überforderung, nicht einzugreifen.

Deshalb haben wir als zentrale Botschaft der GZK den Notruf der Polizei gewählt. Der 110-Anruf ist kostenlos und kann Leben retten, wie das Bochumer Beispiel belegt“, so Koschig. Wer dann noch die Regeln, helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, Empathie für das Opfer zu zeigen und sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen beherzigt, hat alles richtig gemacht, fährt der ehemalige Polizist Koschig fort.

Das Netzwerk gegen häusliche Gewalt im Landkreis Goslar thematisiert
die Istanbul-Konvention im regionalen Kontext beim Fachtag 2023

Das Netzwerk gegen häusliche Gewalt im Landkreis Goslar hat sich 2003 mit vielen örtlichen Akteuren, u.a. vom Landkreis und der Stadt Goslar, Polizei, Justiz, Kinderschutzbund und Weißer Ring
gegründet, um die Betroffenen proaktiv zu beraten und ihnen zu helfen. Seit 2006 gibt es eine Beratungs- und Interventionsstelle unter dem Dach des AWO-Kreisverbandes Region Harz.

Waren es in den ersten drei Jahren 40-60 Fälle, schossen die Opferzahlen in den letzten Jahren durch die Decke: von 207 Fälle im Jahr 2018 auf 356 im Jahr 2022. Um Experten, Öffentlichkeit und staatliche Entscheidungsträger über die facettenreiche Probleme und Möglichkeiten beim Phänomen Häusliche Gewalt zu informieren, veranstaltet das Netzwerk jährliche Fachtage. In diesem Jahr wurde die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Rahmen der Umsetzung der Istanbul-Konvention im regionalen Kontext thematisiert.
Bei der Begrüßung durch den Ersten Kreisrat Frank Dreßler lobte dieser die beiden Moderatoren Kathrin Falkner, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Goslar und Günter Koschig, Leiter des Weißen Ringes der Außenstelle Goslar: “Nicht nur unsere heutigen Moderatoren, sondern auch
Motoren des aktiven Goslarer Netzwerkes. Dass wir bei der Bekämpfung von häuslicher Gewalt Schulter an Schulter mit den Netzwerkpartnern arbeiten, ist ein wichtiges Signal, so Dreßler.

Opferhelfer Koschig, der das Netzwerk vor über 20 Jahren mit ins Leben rief, stellte deren Akteure vor. Dabei dankte er besonders der Geschäftsführerin Tjorven Maack des AWO-Kreisverbandes
Region Harz e.V. sowie Larissa Kosinski, Mitarbeiterin der Beratungs- und Integrationsstelle (BISS).
Sie ist für viele Betroffene der erste Anlaufpunkt. Bei akutem Bedarf unterstützt Viktoria Dewald, die
Leiterin des Goslarer Frauenhauses, mit ihrem Team großartig, so Koschig.“
Die Hauptreferentin Katharina Wulf, Geschäftsführerin des Landesverbandes Frauenberatung Schleswig-Holstein e.V., begeisterte mit ihrem Vortrag:
„Unfair ist gefährlich: Warum es sich lohnt die Istanbul-Konvention zu kennen!“ Sie erläuterte die Geschichte und Inhalte und wies darauf hin, dass der Europarat verbindlich Rechtsnormen geschaffen hat, wie Gewalt gegen Frauen bekämpft und Prävention betrieben werden kann.
Im anschließenden Networking stellen alle Netzwerkteilnehmer*innen ihre Institutionen vor.

Frau Astrid Sutor, Frauenhausleitung Braunschweig, wies in ihrem Vortrag auf die Netzwerkarbeit der Interdisziplinären Koordinierungsstelle Häusliche Gewalt für die Region Braunschweig (iKost) hin.
Auf Initiative von Polizeivizepräsident Rodger Fladung haben sich mittlerweile 52 Partner in diesem Netzwerk zusammengefunden.
Die dritte Referentin, Frau Simone Semmler, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Salzgitter gab in
dem Kurzvortrag: “Istanbul-Konvention – Notwendigkeit und Möglichkeit zur strategischen Umsetzung in der Kommune“ praktische Tipps, wie mit vielen kleinen Schritten im Sinne der
Betroffenen gehandelt werden kann bzw. muss.

Kathrin Falkner zog als Gleichstellungsbeauftragte ein positives Resümee des Fachtages, der viele
Impulse für die Umsetzung der Istanbul-Konvention vor Ort generiert hat.

WEISSER RING dankt Sabrina Probst und Deniz Akinci
Koschig kritisiert mangelnde Opferentschädigung

Beim letzten Mitarbeitertreffen des WEISSEN RINGES in Seesen konnte
Außenstellenleiter Günter Koschig gleich zwei Ehrenamtliche für deren fünfjähriges
Engagement in Deutschland größter Opferschutzorganisation danken.
Sabrina Probst kam 2010 zunächst als Mitglied über die ehemalige Anwaltskanzlei Hoffmann zum WEISSEN RING. Weil sie durch ihre Arbeit als Anwaltsgehilfin öfter mit Opferschicksalen konfrontiert wurde, entschied sie sich als Opferhelferin ins Team der Goslarer Außenstelle einzusteigen. Nach diversen Ausbildungsseminaren,
u.a. in der Akademie des WEISSEN RINGES, qualifizierte sich die Seesenerin für eine Referententätigkeit. In dieser Funktion vermittelt sie aktuell ihr Wissen in Aufbauseminaren in Göttingen, Hannover oder Fulda.

WR Foto v.l.n.r.: einige Ehrenamtliche der Außenstelle Goslar…. Jürgen Reinecke,
Stefanie Artelt-Tiede, Deniz Akinci, Sabrina Probst, Günter Koschig, Angelika
Koschig

Der heutige Mitarbeiter Deniz Akinci stammt ebenfalls aus der ehemaligen Kanzlei von RA Uwe Hoffmann in Seesen. Der inzwischen verstorbene Rechtsanwalt hatte auch ihn zur ehrenamtlichen Arbeit beim WEISSEN RING für Kriminalitätsopfer
inspiriert. Mit dem erworbenen Spezialwissen, u.a. über das Opferentschädigungsgesetz (OEG), ist der Seesener für viele Betroffene ein wertvoller Leuchtturm nach
einer schweren Straftat. In diversen Verfahren nach spektakulären Straftaten ist es ihm gelungen, Rentenzahlungen durch die Versorgungsämter für die Betroffenen zu realisieren. Auch er gibt sein erworbenes Wissen in bundesweiten Seminaren zu den Themen OEG, Viktimologie und Begleitung im Strafverfahren weiter.

„Solche Mitarbeiterinnen schätzen die Opfer und die Seminarteilnehmerinnen, weil ihr kompetent, zuverlässig und empathisch seid“, so Koschig bei seiner Laudatio.
„Darüber hinaus ist es bemerkenswert und sehr erfreulich, dass ihr schon in so
jungen Jahren die Hilfe für Kriminalitätsopfer zu eurer Aufgabe gemacht habt und euer Wissen in ganz Deutschland weitergebt, so der Goslarer Außenstellenleiter weiter. Beim Außenstellentreffen kritisierte Koschig, dass die Opferentschädigung auf
einem historischen Tiefpunkt ist! Durch das 1976 in Kraft getretene Opferentschädigungsgesetz (OEG) hat sich der Staat verpflichtet, Opfer von Gewalttaten wie
etwa Körperverletzung, häusliche Gewalt oder sexuellen Missbrauch zu unterstützen.

Tatsächlich lehnen die zuständigen Versorgungsämter fast jeden zweiten Antrag ab,
wie eine bundesweite Recherche des WEISSEN RINGES ergeben hat. Von den
anderen 50 Prozent bekommen lediglich 26 Prozent eine staatliche Hilfe, weil die
anderen Betroffenen durch die jahrelange Verfahren, die ständige Begutachtungen
und die damit verbundenen psychischen und finanziellen Belastungen allein nicht
durchhalten. Ab Januar 2024 wird das OEG im Sozialgesetzbuch XIV neu geregelt.
„Durch die Novellierung, für die sich der WEISSE RING über 10 Jahre lang stark
gemacht hat, kann es für die Kriminalitätsopfer nur besser werden,“ so Opferhelfer
Koschig.

Günter Koschig; Leiter Außenstelle Goslar