Auch im Jahr 2022 gab es im Landkreis Goslar Menschen, die bei Straftaten oder Notsituationen nicht weggeschaut haben, sondern getreu dem Motto der GZK: Hinsehen, Handeln und Helfen, Zivilcourage bewiesen haben.
Pokalfoto: GZK Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten e.V.
„Dies sollte jedoch mit Augenmaß und nach Möglichkeit ohne Selbstgefährdung geschehen sein“, so Projektleiter Günter Koschig. „Wir wollen keine Rambos auszeichnen, sondern Menschen für die Helfen im Mittelpunkt stand und die Empathie für Opfer gezeigt haben“, so der Koschig, Leiter des Weißen Ringes im Landkreis Goslar, weiter. Dabei kann es schon eine große Hilfe sein, wenn man über den kostenlosen Notruf „110“ die Polizei informiert.
Die Jury der GZK freut sich auf Vorschläge per E-Mail bis zum 5. Dezember 2022 an koschig@t-online.de.
Foto: Günter Koschig und Jasmin Stein überreichen dem Alltagshelden Jannis Kuschel den GZK-Cartoon
Jannis Kuschel zeigt nicht nur bei der Bundeswehr, u.a. auf der Gorch Fock, einen außergewöhnlichen Einsatz, sondern auch in der Freizeit in seiner Heimatstadt Immenrode. Als er dort im letzten Jahr den Brand eines Einfamilienhauses bemerkte, rief er nicht nur sofort die Feuerwehr an. Er begab sich direkt zum Brandort, um die Ersthelfer Rochus Habel und Justin Prenzler (wurden bereits von der GZK geehrt) nach der Rettung einer Frau bei der Betreuung zu unterstützen. „In so einer Situation zu helfen, war für mich selbstverständlich, auch wenn ich wegen des Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung kurz ins Krankenhaus mußte,“ so Jannis Kuschel beim Treffen mit Jasmin Stein vom Weißen Ring und GZK- Projektleiter Günter Koschig. Beim Überreichen des Zivilcouragecartoons, der Urkunde und des Kinoscheines vom Cineplexkino an den sympathischen Alltagshelden sagte Koschig: „Helfen stand für Sie im Mittelpunkt, dass war uneigennützig und vorbildlich! Sie haben dabei weder an sich noch an Ihre dadurch teilweise geschmolzene bzw durch Brandlöcher unbrauchbar gewordene Jacke gedacht!“
Eine starke und sichere Gesellschaft lebt nicht nur von einer gut funktionierenden Polizei und zahlreichen vernetzten Vereinen, sondern auch durch couragierte Bürgerinnen und Bürger.
Hier in Niedersachsen zeigen wir Zivilcourage und unterstützen einander, wenn es darauf ankommt – genau wie in der Europäischen Union!
Seit über 12 Jahren werben das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK), der Weiße Ring und die Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK) gemeinsam für mehr Zivilcourage in Deutschland. In diesem Jahr auch wieder beim Deutschen Präventionstag, zu dem Geschäftsführer Erich Marks über 1.000 TeilnehmerInnen in Hannover zum Schwerpunktthema „Kinder im Fokus der Prävention“ begrüßen konnte.
Wissenschaftler, Praktiker und Experten tauschten sich an zwei Tagen i.H.a. die aktuellsten Präventionsprogramme in Deutschland dazu aus. So sucht die Polizei mit interaktiven Videos rund um das Thema Antisemitismus, Hass im Netz, Radikalisierung und Verschwörungsmythen Zivile Helden. Auch der Weiße Ring hat sein Jahresmotto „Zeig Zivilcourage“ auf seinem Stand eindrucksvoll visualisiert und mit Materialien hinterlegt. In einer Postersession konnte Projektleiter und Opferhelfer Günter Koschig aus Goslar den Interessierten die Schulmaterialien der GZK sowie besondere Aktionen, u.a. den „Lotta-Zivilcourage-Erklärfilm“ für Grundschulen, vorstellen. Dabei wurde deutlich, dass Zivilcourage am besten im Team funktioniert. Für die gute Zusammenarbeit bedankten sich die Bundesgeschäftsführerin des Weißen Ringes, Bianca Biwer und Günter Koschig bei Harald Schmidt mit einem Zivilcouragecartoon der GZK. Der Geschäftsführer von ProPK aus Stuttgart zeigte sich über seine neue Bürodeko mit der Aufforderung: Hinsehen, Handeln und Helfen erfreut und erwiderte: „Gemeinsam sind wir stark!“
Geschäftsführer DPT Erich Marks mit Geschäftsführerin Bianca Biwer vom WR und GZK Projektleiter Günter Koschig (von rechts nach links)
WEISSER RING: Vorbildliche Mutmachaktion für Zivilcourage!
Im Rahmen des bundesweiten Tages für Zivilcourage haben sich die Schülerinnen des Jahrgangs 6 mit ihrer Lehrerin Jana-Maria Wendt im Unterricht mit dem Thema Zivilcourage auseinandergesetzt. Helfen und um Hilfe bitten, ist nicht immer leicht. Beides bedeutet Zivilcourage zu zeigen. Für die Schülerinnen ist es selbstverständlich anderen zu helfen, Notsituationen zu erkennen und kostenlose Hilfe über 110 Hilfe zu rufen oder zumindest Erwachsene im direkten Umfeld auf die Situation aufmerksam machen zu können. Um Hilfe zu bitten fällt aber nicht immer leicht. Es sind manchmal geringfügige Anlässe, die einzeln betrachtet verträglich sind. Ständige Beleidigungen z.B. können aber auch in Mobbing ausarten; dann soll man Erwachsene zu Hilfe holen. Die Beschäftigung mit dem Thema haben die Schüler*innen zum Anlass genommen, um eine Collage anzufertigen, die in der Oberschule Langelsheim bereits ausgestellt ist. „Wir wollen damit deutlich machen, dass Zivilcourage und Empathie für Opfer für uns alle wichtig ist“, so Lehrkraft Jana-Maria Wendt. „Wir bieten der Schülerschaft mit der Präventionsarbeit an unserer Schule eine Basis, um bei Problemen Hilfestellung vom Lehrkörper oder bei Bedarf von anderen Stellen zu bekommen. Für uns an Schule Tätigen heißt es Augen und Ohren offen zu halten und wenn nötig niedrigschwellig einschreiten,“ so Schulleiter Klaus Scheller. „Der Zivilcouragetag der Oberschule Langelsheim ist eine vorbildliche Mutmachaktion, durch die die Schülerschaft ermuntert wird, in brenzligen Situationen nicht wegzuschauen, sondern die Botschaften der GZK „Hinsehen, Handeln und Helfen, ohne sich dabei selbst zu gefährden und mutig füreinander einstehen“ beherzigen, so Günter Koschig, Opferhelfer des WEISSEN RINGS und Projektleiter der Goslarer Zivilcouragkampagne.
Koschig vom WEISSEN RING: „Jeder Mensch kann helfen“
GZK macht in Schulen mit Unterrichtsmaterial Mut zur Zivilcourage
Foto: Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner, Musiker Maximilian Mutzke und Opferhelfer Günter Koschig zeigen Gesicht für Zivilcourage
Werden Menschen in der Öffentlichkeit Opfer von physischer oder psychischer Gewalt, heißt es hinschauen, aktiv werden und handeln. Daran erinnert der WEISSE RING, Deutschlands größte Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, zum „Tag der Zivilcourage“ am 19. September. Der WEISSE RING hat Zivilcourage zu seinem Jahresthema 2022 gemacht und möchte damit zu einer Kultur des Hinsehens beitragen. „Jeder Mensch kann helfen, wenn er Zeuge einer bedrohlichen Situation wird“, sagt Günter Koschig, Außenstellenleiter des WEISSEN RINGS in Goslar. „Wichtig sind dann vor allem das umsichtige Beobachten und Handeln aus der Distanz, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Im Zweifel sollte man immer die Polizei per Notruf 110 hinzuziehen.“ Zeuginnen und Zeugen sollten sich Unterstützung bei anderen Passanten holen, erklärt Koschig weiter. „In den meisten Fällen gilt sicherlich, je mehr Menschen versuchen, die Situation zu deeskalieren, desto schneller kann dem Opfer geholfen werden. Ziel ist es, dass Menschen Zivilcourage als gemeinschaftliches Interesse verstehen. Zivilcourage zeigt, welche Werte in unserer Gesellschaft gelten.“ Konflikte könnten so idealerweise in ihrer Eskalationsspirale ausgebremst werden, bis die Polizei eintrifft. Der WEISSE RING nennt wichtige Zivilcourage-Tipps für Betroffene solcher Situationen: 1. Es hilft immer, wenn es gelingt, andere auf den Konflikt aufmerksam zu machen. Personen sollten dazu auch konkret angesprochen werden und verstehen, dass es sich hier um eine brenzlige Situation handelt. 2. Täter sollten gesiezt und wenn möglich mit Überraschungsmomenten überwältigt/überlistet werden. 3. Wenn es irgendwie durchführbar ist, im besten Falle selbst die Polizei kontaktieren. Weitere Informationen zum Thema stellt der WEISSE RING im Internet zur Verfügung: https://weisser-ring.de/zivilcourage
Ein Blick in die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt: 2020 gab es in Deutschland 1.023.791 Fälle von Straßenkriminalität, darunter 55.467 Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung, und 240.575 Beleidigungen. Bei entschlossenem und umsichtigem Eingreifen, sprich: Zivilcourage, könnten viele solcher Straftaten in Zukunft verhindert werden. „Es erfordert großen Mut in solchen Situationen laut zu werden. Aber ich kann alle Bürgerinnen und Bürger nur bestärken, an dieser Stelle mutig zu sein. Es gibt hier kein falsches Handeln, solange man sich nicht selbst in Gefahr begibt“, sagt Außenstellenleiter Koschig.
Die knapp 3000 professionell ausgebildeten Opferhelferinnen und Opferhelfer in den fast 400 Außenstellen des WEISSEN RINGS stehen allen Betroffenen in Notlagen persönlich zur Seite. Das gilt natürlich auch für Menschen, die als Helfer oder Zeugen von der Tat betroffen sind. Die Außenstelle Goslar motiviert die Schulen im Landkreis Goslar am „Tag der Zivilcourage“ und darüber hinaus, mit speziell entwickelten Unterrichtsmaterialen zum Thema Zivilcourage allen Schüler*innen Mut zum Hinsehen, Handeln und Helfen in brenzligen Situationen zu machen. Diese Materialien wurden u.a. im Rahmen der Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK) entwickelt und sind über die Homepage www.zivilcourage-goslar.de abrufbar. Günter Koschig
Koschig: „Couragierte Lutteraner waren echte Lebensretter!“
Günter Koschig (GZK-Projektleiter) (rechts) und Florian Wildmann umrahmen die Preisträger Klaus Kubitschke, Petra Kubitschke und Claudia Daul
Die Mitiinitiatoren der Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK), Jill und Florian Wildmann, konnten schon viele Auszeichnungen der GZK vor mehreren Hundert Gästen in den letzten 12 Jahren in ihren Kinos vergeben.Coronabedingt traf man sich diesmal zur Ehrung von drei aus Lutter stammenden couragierten Autofahrer*innen im Kinorestaurant „Down Under“ im kleinen Kreis. GZK-Projektleiter Günter Koschig berichtete zunächst, dass es im § 323c StGB – Unterlasene Hilfeleistung, gesetzlich geregelt ist, dass man u.a. bei Unglücksfällen helfen muss, es sei denn man setzt sich z.B. dadurch einer erheblichen Gefahr aus. Von dieser Gefahr musste am 24.10.2021 das Ehepaar Petra und Klaus Kubitschke, die mit ihrem PKW die Landstraße 496 aus Richtung Goslar kommend befuhren, als Sie einen verunfallten PKW, der gegen einen Baum gekracht war, sahen.
Während andere Autofahrer einfach vorbeifuhren, eilten beide zum schwerverletzten, bewusstlosen Autofahrer und zogen diesen aus dem bereits stark qualmenden Fahrzeug,
Frau Claudia Daul und die bereits ausgezeichnete Helferin Nele Möller, beide ebenfalls aus Lutter stammend, hielten mit ihren Autos am Unfallort an und unterstützten bei der Rettung des schwer verletzten Auslieferungsfahrers Baran Saleh. Bevor die professionellen Rettungskräfte eintrafen und das Auto nach einer Explosion zu brennen anfing, legeten sie den schwer Verletzten auf einen Decke und brachten ihn vor den Flammen in Sicherheit. Dabei ärgerten sich die couragierten Herlfer*innen sehr, dass nicht noch mehr Personen geholfen haben.
Die GZK verleiht dafür dem Ehepaar Klaus und Petra Kubitschke sowie Frau Claudia Daul den Goslarer Zivilcourgepreis 2021. „Mit ihrem Mut haben sie einem jungen Autofahrer das Leben gerettet! Während viele Menschen von so einer Situation überrascht und emotional überfordert gewesen wären, haben sie keinen Augenblick gezögert, anzuhalten und zu helfen, so Wildmann bei der Preisverleihung!“
Jasmin Stein, seit kurzem in der Goslarer Außenstellle des WEISSEN RINGES aktiv, hat für alle Zauderer eine gute Nachricht: „Zivilcourage kann man in Kursen traineren, Erste-Hilfe-Lehrgänge sollte man regelmäßig auffrischen, denn jede/r von uns kann plötzlich auf so ein Unfallgeschehen treffen!“
„HelferInnen die in einer bedrohlichen Situation Zivilcourage zeigen und sich für andere einsetzen, sind über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Auch wenn deren persönlichen Gegenstände, wie das Auto, die Kleidung oder das Handy beschädigt werden, greift die Versicherung“, so Koschig. Der Opferhelfer vom WEISSEN RING weiter: „Uns sind Empathie und Engagement für das Opfer besonders wichtig. Im Krankenhaus und darüberhinaus haben sich u.a. der Arbeitgeber und Freunde des Studenten rührend um ihn gekümmert“.
Der verunfallte Student Baran Saleh, der 11 Tage im Krankenhaus liegen musste, bedankte sich bei seinen Rettern mit Blumen und Süßigkeiten. Er hat seine Verletzungen inzwischen auskuriert, geheiratet und sein Studium als Bauingineur an der Uni Hildesheim fortgesetzt.
Koschig: Einbrecher zerstören oft das Vertrauen ins Zuhause
Foto: Dr. Petra Hartmann,GZ v.l.n.r.: Martin Schilff,Denis Hildebrand, OB’in Urte Schwerdtner,Günter Koschig
Im Rahmen der Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK) hatten als deren Vertreter Martin Schilff und Günter Koschig Gelegenheit, gemeinsam mit Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner, Denis Hildebrand mit dem Goslarer Zivilcouragepreis auszuzeichnen. Dieser Preis geht jährlich an couragierte Bürger*innen, die bei Straftaten oder Notsituationen im Landkreis Goslar nicht weggeschaut, sondern geholfen haben. Als am 20.5.2021 der Goslarer Denis Hildebrand nach Einkäufen mit seiner Oma in Kramerswinkel zurückgekehrt war, sah er zufällig zwei verdächtige Personen, die schnell über den Garten ein anderes Grundstück verließen. Er filmt und fotografiert die Täter aus sicherem Abstand als er sieht, dass sie einen Bolzenschneider aus einer Tasche holen, diesen abputzen und wieder einpacken. Ferner werfen sie einen Gegenstand in den Graben. Die von ihm über den Notruf 110 informierte Polizei konnte nicht nur eine Brechstange aus dem Graben holen, sondern aufgrund der Fotos auch einen Einbrecher nach einer Sofortfahndung mit dem Tatwerkzeug festgenehmen. Die Täter hatten zuvor die Balkontür aufgehebelt, das Haus durchsucht und Schmuck entwendet.
Foto: Dr. Petra Hartmann,GZ
v.l.n.r.: Martin Schilff,Denis Hildebrand, OB’in Urte Schwerdtner,Günter Koschig
„Dank Ihres mutigen und umsichtigen Einsatzes beim Fotografieren und Filmen der Täter, konnte ein bereits von der Polizei gesuchter Straftäter festgenommen werden“, dass gebührt unser aller Anerkennung, so Martin Schilff. bei der Überreichung des Cartoons der GZK und des Buches eines Berliner Polizeibeamten. Bei der Übergabe der Dankesurkunde, des Pokals und der Kinokarte an Denis Hildebrand, erstmals auf dem Goslarer Marktplatz mit Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner durch Günter Koschig, stellt Letzterer fest: „Durch die polizeiliche Festnahme haben sie weiteren Opfern viel Ärger und Leid erspart. U.a. deshalb haben sie die Auszeichnung des GZK mehr als verdient.
Weiter weist Koschig als Goslarer Außenstellenleiter der Opferhilfeorganisation WEISSER RING und ehemaliger Kriminalbeamter auf die psychischen Auswirkungen eines Einbruches hin. Vielen Betroffenen machen die Verletzung der Privatsphäre und das verloren gegangene Sicherheitsgefühl oft mehr zu schaffen als der materielle Schaden und der Verlust von Gegenständen mit ideellem Wert. Psychische Folgen eines Einbruchs können beispielsweise Angstzustände, Schlaflosigkeit oder Gereiztheit sein. Jeder Achte fühlt sich nach einem Einbruch in seinem Heim nicht mehr sicher und denkt über einen Umzug nach. 15-25 % leiden langfristig unter Ängsten!. Gerade in der Urlaubszeit rät Koschig zu einer kostenlosen kriminalpolizeilichen Beratung durch die Polizei Goslar. Schon durch wenige Sicherheitsmaßnahmen kann einen Einbruch verhindern. Unter der Telefonnummer 05321/339-205 oder 339-0 ist KHK Töpfer der Sicherheitsexperte der Polizei. Das sich aufrüsten lohnt, beweist die Statistik: 25 aller Einbrüche scheitern im Versuch! Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner, bis vor kurzem noch selbst Amtsrichterin dankte dem Alltagshelden und führte aus: “es tut gut, so mutige Menschen in der Stadt Goslar zu haben. Erfahrungsgemäß hören die Täter erst auf, wenn sie erwischt und sanktioniert werden.“
„Zivilcourage, der Mut für seine Mitmenschen einzustehen, hinzuschauen, Hilfe zu leisten, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Ein couragiertes Miteinander wünsche ich mir jedenfalls in der Stadt Goslar und bin froh, dass es viele Bürgerinnen und Bürger gibt, die das genauso sehen und entsprechend handeln.“
OB’in Schwerdtner
Martín Schilff und Günter Koschig gratulieren der Stadt Goslar zum 110O Stadtjubiläum und überreichen OB‘in Urte Schwerdtner als Dank für die Unterstützung der GZK den Zivilcouragecartoon und einen Polizeiteddy.
Als Florian Wildmann und Günter Koschig von der Goslarer Zivilcouragekampagne (GZK) und Alltagsheld Justin Prenzler jetzt bei Familie Habel klingelten, konnten sie zuvor nur noch die Garage und die Bodenplatte des ehemaligen Nachbarhauses sehen. Was passiert war, berichteten dann Justin und der über den Überraschungsbesuch sichtlich erfreute Nachbar Rochus Bernhard Habel: Justin war am 19. Dezember 2021 mit seinen Eltern im Auto auf dem Weg nach Bad Harzburg, als er in der Ferne eine ca. 40 Meter hohe Rauchwolke im Ort Immenrode wahrnahm. Er veranlasste seine Eltern dorthin zu fahren, weil es seiner Meinung nach kein kleines Lagerfeuer sein konnte. Tatsächlich qualmte es dort gewaltig. Der seinerzeit 16jährige Schüler Justin traf vor dem Haus auf den 89jährigen Nachbarn Rochus Habel: gemeinsam liefen sie hinter das Haus, wo eine Frau aus dem Haus fürchterlich um Hilfe schrie. Während die Hausbesitzerin in den Flammen umkam, konnten beide Männer die andere Frau aus dem Brandhaus durch ein Fenster vor den Flammen retten. Kerzen hatten zuvor offensichtlich einen Adventskranz entzündet. Beide hatten zuvor die Feuerwehr über 112 informiert. Diese konnte das Haus nicht mehr retten; es musste als Brandruine werden. Als Mitinitiatoren der GZK, Florian Wildmann vom Cineplex Goslar und Günter Koschig vom WEISSEN RING, beide Alltaghelden mit einem Pokal, einer Urkunde und dem GZK- Cartoon auszeichneten, wurde es emotional: „Wir mussten jeden Tag an der Ruine, die uns an den fürchterlichen Brand erinnerte, vorbeigehen. Die Verstorbene kannten wir seid 60zig Jahren. Helfen ist für mich allerdings immer selbstverständlich,“ so der passionierte Brockenläufer Habel. „Solche Nachbarn, für die Helfen im Mittelpunkt steht, wünscht sich jeder. Das Zivilcourage keine Frage des Alters ist, haben unsere Lebensretter unter Beweis gestellt. Die Jury der GZK zeichnet deshalb Rochus Habel und Justin Prenzler in Anerkennung praktizierter Zivilcourage aus!“ so Projektleiter Koschig. Bei der Auszeichnung von Justin Prenzler ergänzt Laudator Wildmann, der selbst Feuerwehrmann ist: „Wenn auch junge Menschen so couragiert eingreifen und Leben retten, verdient das unseren größten Respekt! Viele Menschen haben immer ausreden, warum sie nicht helfen. Die GZK möchte, dass man, wie es die beiden Helfer getan haben, zumindest die Rettungskräfte alarmiert und im Idealfall gemeinsam geholfen wird.“ Für Justin, der im August eine Ausbildung bei der Straßenbaumeisterin anfängt, war es selbstverständlich zu helfen: „Ich habe nicht einen Augenblick gezögert einzugreifen, obwohl einem der beißende Rauch entgegenschlug, so der inzwischen 17jährige!“.